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Erdgasbohrungen in NRW umstritten

Nachricht vom 14.1.2011Anzeige
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Die vermeintlichen Erdgasvorkommen in Nordrhein-Westfalen spalten die Bevölkerung. Nach bisherigen Erkenntnissen gilt es als wahrscheinlich, dass sich in dem Bundesland verschiedene, ergiebige Erdgasvorkommen befinden. Aus diesem Grund haben unterschiedliche Energiekonzerne bereits Genehmigungen für Erkundungsbohrungen erworben. Allerdings regt sich in der Bevölkerung Widerstand. Denn die Bürger befürchten schwere Umweltschäden, sollte mit der Suche nach Erdgas begonnen werden. Im Münsterland wollen sich am Freitag verschiedene Interessengemeinschaften, die gegen die Erdgasbohrungen protestieren, die weitere Vorgehensweise abstimmen und anschließend ihr gemeinsames Anliegen in Berlin vorbringen.




Erdgasbohrungen in NRW umstritten

Erdgasbohrungen in NRW umstritten

Umweltschäden befürchtet



Ein Hauptargument der Kritiker gegen die geplanten Erdgasbohrungen in NRW sind die möglichen Umweltschäden. In Nordrhein-Westfalen sollen mehrere Vorkommen von unkonventionellem Erdgas, welches in Kohle- oder Tonsteinschichten lagert, zu finden sein. In der nächsten Zukunft sollen Probebohrungen durchgeführt werden, mit deren Hilfe belegt werden soll, ob die Ausbeutung der Erdgasvorkommen wirtschaftlich sei. Wird die Wirtschaftlichkeit belegt, rechnen Kritiker mit der Anwendung des ‚Fracking-Verfahrens‘, bei welchem mit Chemikalien versetztes Wasser in die Gesteinsschichten geleitet wird, um das Gas heraus zu filtern. Diesbezüglich befürchten Umweltschützer sowohl eine massive Absenkung als auch eine Verunreinigung bis Vergiftung des Grundwassers. Hans Georg Babies von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) versucht hingegen, den Anwohnern die Ängste zu nehmen. Seiner Ansicht nach sei es zwar nicht auszuschließen aber unwahrscheinlich, dass es zu Verunreinigungen des Grundwassers im Zuge der Gasbohrungen komme. Denn das Grundwasser komme in wenigen hundert Metern Tiefe vor, während die Gasbohrungen in Tiefen um die 1.500 Meter stattfinden. Die GBR untersucht im Auftrag der Bundesregierung die Erdgasvorkommen in Deutschland. Babies hält die Aufregung für übertrieben, da es bislang lediglich um Probebohrungen gehe und nicht klar ist, ob anschließend Gas gefördert wird. Den Kritikern machen aber die Chemikalien, die in den Erdboden gelangen, die meisten Sorgen.


Sind Behörden wirklich unabhängig?



Für besonders große Aufregung sorgte zu Wochenbeginn die Meldung, dass bereits 2007 bei einer Gasbohrstätte mit Quecksilber versetztes Lagerwasser aus einem Rohr ausgetreten sei. Die Arbeiten wurden von dem Konzern ExxonMobil durchgeführt, welcher in naher Zukunft auch Bohrungen in NRW plant. Allerdings gaben die zuständigen Untersuchungsbehörden an, dass die Bodenverunreinigung nicht auf die Fracs zurück ginge. Die Chemikalien kämmen auch in tiefen Gesteinsschichten in natürlicher Form vor. Die Bürger werfen den Behörden in Bezug auf Erdgasbohrungen fehlende Unabhängigkeit vor. Die Zweifel gehen auf eine Anfang Dezember von der Bezirksregierung verteilte Broschüre des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG), die als Informationsmaterial an die Bürgermeister betroffener Gemeinden ging. Die Sache wäre an sich nicht schwierig, wenn nicht der Vorstandsvorsitzende von Exxon Mobil Deutschland, Gernot Kalkoffen, gleichzeitig der Chef des WEG wäre. Die Behörde erklärte, keine Interessen gelenkte Informationsarbeit leisten zu wollen, die Zweifel konnten allerdings nicht ausgeräumt werden. Jürgen Kruse, Vorsitzender der lokalen Interessengemeinschaft "Gegen Gasbohren" in Borken, rechnet mit dem Antrag für die Genehmigung der Gasprobebohrung des Konzerns ExxonMobil für Anfang Februar. Der Konzern machte bislang jedoch keine Angaben zu einem möglichen Beginn der Probebohrungen.







Redaktion Stromvergleich.de: Gerhard Solter

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