Für Gas kein funktionierender Weltmarkt

23.7.2010 | Redaktion: Gerhard Solter
Die Analysten von Commerzbank Corporates & Markets haben sich einmal die Mühe gemacht und den weltweiten Gasmarkt unter die Lupe genommen. Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die, auf den ersten Blick stark voneinander abgekoppelten, Gasmärkte Kontinentaleuropas und der USA doch wieder miteinander verzahnen.
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Für Gas kein funktionierender Weltmarkt

Für Gas kein funktionierender Weltmarkt

Handel mit Flüssiggas als Antriebsmotor



Bislang galten die Gasmärkte jenseits und diesseits des Atlantiks als voneinander abgekoppelt. Beide werden demnach autark gestaltet. Allerdings sei diese Annahme nicht mehr haltbar, folgt man den Erkenntnissen der Analysten der Commerzbank Corporates & Markets. Denn durch den gestiegenen Handel mit verflüssigtem Erdgas werden die Märkte wieder miteinander verzahnt. Das bedeutet, dass sich die Gasschwemme der USA sowohl dort als auch hier preisdämpfend auswirkt. Wie dieser Trend weiter verläuft, hängt von der Nachfrage ab. Bisher kann für den Handel mit Gas kein funktionierender Weltmarkt festgestellt werden. Die Analysten machen dafür zum einen die schwierigen Transportbedingungen verantwortlich. Beispielsweise sei Gas viel schwieriger als Öl zu transportieren. Durch den aufwendigen Transport steigen auch die Kosten, die dann an den Gasmarkt weitergereicht werden. Zum anderen müsse zwischen verschiedenen Marktsystemen unterschieden werden. Denn einerseits gibt es Gasmärkte, die liberal gestaltet werden. Dort spielt die Ölpreisbindung keine Rolle. Beispiele für Länder mit einem derartig gestalteten Gasmarkt seien Großbritannien und einige Regionen in Nordamerika, die sich überwiegend selber versorgen. Andererseits hängt der Gaspreis in Kontinentaleuropa sowie Japan stark von der Ölpreisentwicklung ab.


Starker Gleichlauf der Märkte



Erst im vergangenen Jahr hat sich eine gleichlaufende Entwicklung der Gasmärkte dies- und jenseits des Atlantiks geändert. Davor war, trotz der Unabhängigkeit ein Gleichlauf zu verzeichnen. Der entscheidende Grund davor war, dass auch in den USA der Gaspreis in einem engen Zusammenhang mit dem Ölpreis stand. In den USA dienen die beiden Energieträgerin bestimmten Segmenten füreinander als Substitute bzw. stehen sich in der Produktion als Konkurrenten gegenüber. Die Situation änderte sich aber schlagartig im vergangenen Jahr. In den USA brach die Gasnachfrage ein, das Gas wurde jedoch gleichbleibend produziert. Durch einen enormen Gasüberschuss geriet der Gaspreis unter Druck. Er fiel im Vergleich zum Jahr 2008 um ungefähr 75 Prozent. In Kontinentaleuropa stellt sich die Situation jedoch ganz anders dar. Dort wird die Preisentwicklung durch den sogenannten Grenzübergangspreis Deutschlands abgebildet. Dieser berechnet sich aus Deutschlands Erdgasimportwerten der fünf wichtigsten Einfuhrländer und wird durch die abgenommene Gasmenge geteilt. Und dieser Grenzübergangspreis habe 2009 deutlich weniger abgenommen als der US-Preis. Die zukünftige Preisentwicklung werde durch Preisgarantien, den Ausbau des Pipelinetransportnetzes sowie durch die Nachfrage nach Alternativen bestimmt.

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