E-Cars: Stromherkunft maßgebend für Sauberkeit

18.4.2012 | Redaktion: Sylvia Hülse
Wie ökologisch der Reifenabdruck eines Elektrofahrzeugs ist, hängt maßgeblich mit der Herkunft des Stroms zusammen, der das Fahrzeug antreibt. Dieser Fakt ist zwar bekannt, wird im Hype um die E-Cars aber gerne unter den Tisch gekehrt. Wie die Süddeutsche berichtet, haben US-Wissenschaftler die Theorien nun in einer Studie verdeutlicht, in welcher sie den Konsum der Stromer in Benzin umrechneten.
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E-Cars: Stromherkunft maßgebend für Sauberkeit

E-Cars: Stromherkunft maßgebend für Sauberkeit

Deutschland ökologischer als USA


Besonders Hersteller verkaufen den Kunden die Elektroautos gern als immer klimafreundlich. Doch der ökologische Abdruck, den ein Elektrofahrzeug verursacht, kann dem eines Fahrrades ebenso gleichen wie dem eines Geländewagens – je nach Kraftwerk. Dies rechnete die amerikanische Wissenschaftler-Organisation Union of Concerned Scientists aus.

Der Report „State of Charge“ wurde von der Gruppe am Montag veröffentlicht und vergleicht 26 verschiedene Netzbezirke der USA. Flächenmäßig reicht die Untersuchung von Teilen Alaskas, welche bis zu 64 Prozent Wasserkraft nutzen, bis nach Colorado, wo 71 Prozent der Elektriziät aus Kohlekraftwerken stammt.

Und auch die Zustände in Deutschland lassen sich einordnen – der Bericht ist sehr detailliert. Demnach ist unser System umweltfreundlicher als drei Viertel der amerikanischen Netze.

Dreckig in Denver, sauber in der Stadt der Engel


Die Forscher haben den Stromfahrzeugen einen fiktiven Benzinverbrauch zugeschrieben, um sie vergleichen zu können. Der Benzinverbrauch bezog sich dabei auf die Menge Treibstoff, die genauso viel CO2 freisetzen würde, wie bei der Erzeugung des Stroms entsteht. Dies ist wiederum abhängig von der Herkunft der Rohstoffe, dem Kraftwerkspark und den Verlusten in Kabeln und Leitungen.

Im Ergebnis haben die batteriebetriebenen Modelle wie Nissan Leaf, Mitsubishi i-MIEV, Ford Focus und Chevrolet Volt einen durchschnittlichen Stromverbrauch von gut 21 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Dies entspricht 21 Litern Benzin auf 100 Kilometern in Juneau/Alaska. In Denver sind es sogar 7,1 Liter.

In Los Angeles benötigt man für 100 Kilometer nur 3,0 Liter, in New Cork 3,2 Liter, in Miami 5,0. In Dallas sind es 5,1 und in Chicago 5,7 Liter. Den Umrechnungen zufolge würde ein Elektroauto in Deutschland vier Liter Benzin pro 100 Kilometer verbrauchen.

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